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Aus der Kategorie „Weihnachten“ (Kurzgeschichten):

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Die Geschichte wurde 2003 mal gelesen.


Jacques Lupus

Edgar und der Weihnachtsmann

  oder vom Einschlafen bis zum Aufstehen!

Es war einmal ein kleiner frecher Junge ...
     Seine Mutter gab ihm den Namen Edgar!

Mit viel Mühe hatte Edgar seinen Schulabschluß geschafft.
Nun sollte sich im wahren Leben aber alles ändern.
Edgar wählte den Beruf eines Koches. Schnell begriff er alle Regeln und Künste der Kochkunst,
und Edgar beendete seine Lehre als Koch mit ausgezeichneten Ergebnissen und Referenzen.

Tag und Nacht arbeitete Edgar, schuf sich ein nettes Zuhause, fuhr einen flotten Mercedes und verreiste in aller Welt, um die Mutter Erde kennen zu lernen. Was Edgar aber sehr vermißte, war eine eigene Familie, denn seine
Mutter war letztes Weihnachten verstorben.
Trotz allen Erfolges war es ihm nicht gelungen, eine Partnerin fürs Leben zu finden.

Das Weihnachtsfest näherte sich, und weit und breit war kein süßes Frauchen in Aussicht, das Edgar mit seinen Künsten verwöhnen konnte.
Kühn setzte sich Edgar an den Schreibtisch, und Edgar schrieb seinen ersten Brief an den Weihnachtsmann.
Hier zeigte er den sehnlichen Wunsch nach einer Partnerin auf.

Es dauerte nicht lange, und Edgar machte wirklich seine ersten Bekanntschaften mit der Frauenwelt!
Dabei sammelte er viele Erfahrungen, die ich als Autor dieser Geschichte hier an dieser Stelle wider geben möchte.

Mal abgesehen vom Sex - Frauen nerven im Bett.
Wenn ich von der Erotik einmal 
absehe, haben mir Frauen im Bett nichts als Ärger eingebracht.
Mit Wehmut denke ich  manchmal an dieTeenagerzeiten zurück, in denen ich entweder allein und entspannt die  Nachtruhe genoß oder nur vorübergehend mit einer Frau das Bett aufsuchte.
Die  Probleme fingen erst so mit Anfang zwanzig an, als man das Nachtlager "wie Mann und  Frau" teilte, sprich: 

                                       "Vom Einschlafen bis zum Aufstehen."
 
Hieraus muß ich eine ganz  bittere Bilanz ziehen.

  "Nächte des Grauens" ist noch untertrieben.
Am Tage durchaus abgeklärte, zupackende und moderne Frauen mutieren angesichts von Federkern und Daune ausnahmslos zu verwöhnten, lebensuntüchtigen, egoistischen Zicken. Wie ich jetzt an einigen Beispielen schlüssig beweisen werde.

 

 Beginnen wir mit dem unerfreulichen Thema "Mücken".
Vorweg muß ich sagen, daß ich  im Sommer grundsätzlich ganz gern neben einer Frau liege, weil ich dann von 
Stechmücken verschont bleibe. Die stürzen sich immer auf meine Partnerin.
Das ist  bitter, tut mir persönlich auch wirklich leid, ist aber noch lange kein Grund, mich grob  wachzujammern:
                                                                 "Ich bin völlig zerstochen".

Mit einer Stimme, die im Grenzbereich  zwischen Hysterie und Nervenzusammenbruch moduliert.
Der Auftrag an mich, dem  männlichen "Sicherheitsbeamten", ist klar: "Steh auf und geh Mücken jagen".
Ich weiß  nicht, warum Frauen selbst keine Mücken jagen. Warum sie im Bett liegend den Späher  machen, auf schwarze Punkte an der Decke deuten und "Da!" rufen. Ich weiß vor allem  nicht, weshalb ich immer wieder gähnend, mit zerzaustem Haar und einer  zusammengerollten Zeitung auf der Matratze stehe
und auf Zuruf Tiere totschlage.

 

 Sex... am liebsten in der Löffelchen-Stellung.
Ich liebe diese Schlafposition, weil sie mich  in dem Grundvertrauen in die Richtigkeit meines Daseins bestärkt. Nun gibt es aber  zahlreiche Frauen, die sich anfangs sehr anschmiegsam geben und leidenschaftlich  "löffeln", sich aber, wenn es um die endgültige Schlafposition geht, als sehr hartleibig  erweisen. Sie stoßen sich mit der einen Hand von mir los, ergreifen mit der anderen  Hand die eigene Bettdecke und verteidigen dieses Refugium mit erbitterter Gegenwehr.

 Und ich muß geduldig warten, bis die Meine-Decke-gehört-mir-Autistin endlich in den  Schlaf gesunken ist und ich beginnen kann, vorsichtig robbend, verlorenes Terrain  zurückzugewinnen. Wenn ich dann, nunmehr halbherzig löffelnd, in tiefen Schlaf  gesunken bin, kommt häufig schnell die nächste Gemeinheit. Ein brutaler Stoß, meist mit  dem Ellbogen ausgeführt, trifft mich in die Seite. Ich schrecke hoch und höre eine  schneidende Stimme: "Du schnarchst!". So was würde ich nie tun. Ich finde es  bezaubernd, wenn sie im Schlaf redet oder ein bißchen vor sich hin blubbert. Nie würde  ich mit dem Ellbogen stoßen. Aber Frauen ist es ja egal, ob man frühmorgens einen  wichtigen Termin hat. Nach der Tat sinken sie umgehend wieder in den Tiefschlaf, und  ich liege mit tellergroßen Augen in der Dunkelheit und finde keine Ruhe.

 

 

 Grauenhaft ist auch eine andere Variante der körperlichen Attacke.
Da liegt man wohlig  unter seiner Decke und ist am Wegnicken und dann kommen sie: kalt, eiskalt. Gefrorene  Frauenfüße schieben sich langsam und unaufhaltsam zwischen die männlichen  Schenkel.
Dort sollen sie gewärmt werden. Der Mann zuckt zurück, windet sich, versucht die Flucht, aber die weichen Gletscher unter der Decke sind stärker.
Alle  Frauen haben kalte Füße!
Alle!
Und sie kennen kein Erbarmen.
Stumm, aber fordernd  kommen sie in der Nacht gekrochen und saugen Körperwärme im Gigawatt-Bereich ab.

                                                                     
Schrecklich!

 

 

 

Manchmal geben sie aber auch dann keine Ruhe, wenn man ihre Permafrost-Füße  enteist, das Schnarchen eingestellt und dem Löffeln entsagt hat. Denn dann haben sie was gehört.
"Da ist doch jemand", raunen sie, "Da hat doch was geknackt" oder "Hörst  du diese komischen Geräusche?"

Die Botschaft ist erneut glasklar!
Mann, pack dir einen  hölzernen Kleiderbügel oder sonst eine behelfsmäßige Waffe, wag dich in die dunkle  Wohnung und vertreib den Einbrecher, so du einen findest.
Klar, daß jeder Mann dem 
tiefverwurzelten Instinkt zum Schutze der Sippe folgt und in Socken und Unterhosen wie  ein Depp im Dunklen umherstolpert, um dann frierend und unverrichteter Dinge wieder zur natürlich tiefschlafenden Partnerin zurück zu kehren.

 

 Wer meint, mit dem Morgengrauen sei der Ärger ausgestanden, irrt!
Wie in einem 
Horrorfilm, der scheinbar seinen gruseligen Höhepunkt erreicht hat und dann noch mal  entsetzlich zuschlägt. Die Rede ist von unterschiedlichen Schlaf- und Wachrhythmen.

 Ich arbeite eben bis in die frühen Morgenstunden und stehe folgerichtig nicht gerademit den Hühnern auf. Kein Problem für den Alleinschläfer. Was aber soll ich mit einer Frau  machen, die morgens um siebenkerzengerade nachfedernd im Bett sitzt, Langeweile  hat, sich laut und vernehmlich reckt, gähnt, räuspert, aufdringlichen Körperkontakt sucht  und am Ende gar flüssige Konversation fordert? Nachdem ich blutsaugende Insekten zur  Strecke brachte, zum Dank dafür Ellbogen-Checks kassierte und unter die eigene kalte  Bettdecke verbannt wurde.

 

 

 Nach all dem reichte es mir irgendwann. Und zwar richtig.

Eines frühen Morgens wurde  ich durch die Frage: "Kannst du auch nicht mehr schlafen?" geweckt und herrschte die  Frau neben mir rüde an: "Halt die Klappe und mach Frühstück!"
Kurz danach fiel die  Wohnungstür krachend ins Schloß, und ich mußte mir das Frühstück selbst machen.


Gibt es keine Hoffnung?
Doch, die gibt es!
Ich habe - nun ja - jemanden kennengelernt.

Und die ist anders!
Sie ist anschmiegsam und kuschelt exzessiv. Ich darf in ihrer  Gegenwart ausgiebig schnarchen.
Wenn sie Geräusche hört, schaut sie selber nach  dem Rechten.
Mücken bringt sie mit geschickten Schlägen eigenhändig zur Strecke, und sie hat niemals kalte Füße.
Gut, sie ist vielleicht ein bißchen verspielt.

                                        

 

                                            Aber welche Katze ist das nicht!


© Jacques Lupus






Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diese Geschichte liegen beim Autor (Jacques Lupus).
Die Geschichte wurde auf Wunsch von Jacques Lupus auf e-Stories.de aufgenommen - Vielen Dank!
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.12.2005. - Infos zum Urheberrecht




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